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Veröffentlicht am: 07.05.2022

Wie sehen Sie Schule?

Eine Fragestellung für viele Gesprächsteilnehmer

Im Austausch zum Thema „Wie sehen Sie Schule?“  am 25. April 22  zwischen Vertreterinnen und Vertretern der Lehrkräfte und Schulleitungen mit Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo stellte der Landesvorsitzende des bsv, Andreas Fischer, eine kritische Bestandsaufnahme und Anregungen für notwendige Weiterentwicklungen im Schulbereich aus Sicht des Bayerischen Schulleitungsverbands vor. 

Das Staatsministerium für Unterricht und Kultus nahm die Ausführungen des bsv dankend entgegen. Die Aspekte des bsv werden in die weitere Diskussion um die zukünftige Ausrichtung im Schulbereich einfließen.

 

So sehen wir Schule - Auszüge aus unserem Schreiben

Wir befinden uns derzeit nicht nur in einer Bildungskrise, sondern vor allem in einer handfesten Erziehungskrise. „Die empirische Bildungsforschung“ aber dominiert das Geschehen und blendet Erziehungsfragen komplett aus.  Immer stärker sind die erzieherischen Voraussetzungen aber erst zu Grunde legen, damit Unterricht überhaupt stattfinden kann. Wir brauchen deutschlandweit einen schulischen Vorkurs für Eltern - einen Erziehungsleitfaden/ Erziehungsführerschein. 

Dass in der Folge das erreichbare fachliche Niveau zunehmend sinkt, will zwar in der Bildungspolitik niemand zugeben, ist aber unübersehbar. Man siehe dazu gleichzeitig auch die exponentielle Zunahme an Einser-Abituren und den eklatanten Mangel an Fachkräften

Der Bayerische Schulleitungsverband bekennt sich klar zur Wertevermittlung, zum Festhalten an Tugenden, wie Fleiß, Anstrengungsbereitschaft, Respekt, Höflichkeit und zur wichtigen Demokratieerziehung. Schule ist und bleibt ein außerfamiliärer Aufenthaltsort, Lernort für junge Menschen, der Struktur, Orientierung und Halt gibt.

Wie sehen wir Schule?

Welche Aspekte müssen einfließen bzw. verändert und angepasst werden?

Eine kurze Zusammenfassung:

1.     Leistung muss sich lohnen und belohnt werden - Bekenntnis zur Leistungsschule.

2.     Stärkende Verschriftung von Arbeitsverhalten und Sozialverhalten braucht nach wie vor Raum in den         Zeugnissen und ist unverzichtbar.

3.     Änderung und Überarbeitung von Lehrplänen und Stundentafeln für zukunftsorientierte und alltags           taugliche  Fächer, für Zeit zum Üben und Vertiefen.

4.     Neue Lehrer – mehr Lehrkräfte braucht das Land: insgesamt und vor allem auch männliche Lehrkräf           te im Grund- und Mittelschulbereich.

5.     Anpassung der Lehrerausbildung als ein möglicher Gegenpol zum Lehrermangel.

6.     Abschaffung von Bürokratiemonster: Abläufe müssen einheitlicher, digitaler und schlanker gestaltet         werden.

7.     Schulmanagement - Schulleitung - Führen von Schule:

Das Arbeitsfeld und die Rolle „Schulleitung“ hat sich in den letzten Jahren massiv verändert. Viele heutige Schulleiter der Grund- und Mittelschulen sind durch die Aufgabenflut erschlagen. Sind darüber enttäuscht, dass ihre Anliegen, Verbesserungsvorschläge und Forderungen nicht ernst/ nicht wahrgenommen wurden. Den wertschätzenden und sicherlich gut gemeinten Worten folgen leider keine Taten. Es hat sich an dem immer „Mehr“ bei den Leitungsaufgaben nichts verändert – im Gegenteil, es wurden immer noch mehr Aufgaben bei gleichbleibend wenig Leitungszeit und gleichbleibend hoher Unterrichtsver-pflichtung mit immer wieder zu erkämpfenden Verwaltungsstunden der Sekretärin. Von der Idee, warum man sich für dieses Berufsbild entschieden hat, ist aktuell nicht mehr viel übrig. Entpflichtungen nehmen zu, freie Stellen werden schlecht nachbesetzt, Schulleiterstellen müssen oft mehrfach ausgeschrieben werden.

Dringend notwendig ist die weitgehende Freistellung vom Unterricht, eine angemessene Bezahlung adäquat zur Verantwortung und Aufgabe mit ausreichend Abstand zu Lehrkräften ( R/Rin A 15; KR/KRin A14 ==> wenigstens bei größeren Schulen), eigene Leitungszeit für Konrektoren, zusätzl. Leitungszeit bei Ganztagsschulen: z.B: für die Orga OGTS