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Veröffentlicht am: 04.10.2021

Farbe bekennen: 

bsv im Gespräch mit MdL Tobias Gotthardt

In einem ausführlichen Gespräch mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses für Bildung und Kultus im Bayerischen Landtag Tobias Gotthardt (FW) tauschten die bsv-Vorsitzende Cäcilia Mischko zusammen mit Andreas Fischer und Robert Hackenberg am 14.05.2021 Positionen und Standpunkte zur aktuellen und zukünftigen Bildungspolitik aus. 
Tagesaktuell wurde seitens des bsv das kultusministerielle Schreiben „gemeinsam.Brücken.bauen“ als typisches Beispiel eines gut gemeinten aber realitätsfernen Aktionismusses auf Kosten der Schulleitungen gerügt. Gotthardt, der als verantwortlicher Bildungspolitiker der Freien Wähler im Landtag feststellen musste, dieses Schreiben noch nicht einmal vorgelegt bekommen zu haben (!), verstand seinerseits die Empörung der Bayerischen Schulleitungen gut.

Tobias Gotthard wollte vom bsv wissen, wie man dem Lehrermangel und der Überlastung der Schulleitungen künftig Herr werden könne. Der bsv erläuterte, dies sei sowohl kurz- als auch langfristig nur durch die Anhebung des Einstiegsgehaltes auch an unseren Schularten auf A13 möglich. Kurzfristig, um erfolgreiche Zweitqualifikanten von der Rückkehr zu ihrer Schulart abzuhalten, langfristig, um den geeigneten beruflichen Nachwuchs in unseren Lehrämtern zu sichern. Für Schulleitungen, die immer mehr Verantwortung für die Gewinnung und Führung von Personal übernehmen müssten, sei zudem der volle Dienstvorgesetztenstatus mit entsprechender Besoldung unabdingbare Voraussetzung und könne nicht länger ans Schulamt abgegeben werden. Zudem müssten dringend Wege der Entlastung von Schulleitungen gegangen werden, wie durch die Ausstattung mit ausreichend zusätzlichen Schulleitungsstunden. Diese könnten dann u.a. für eine erweiterte Schulleitung eingesetzt werden.

MdL Gotthardt pflichtete dem bsv vollumfänglich bei. Auch er hätte das gravierende Missverhältnis bei der Besoldung zwischen den Lehrämtern erkannt und setze sich für eine auch aus betriebswissenschaftlicher Sicht gebotene Angleichung der Lehrämter sehr ein. Der fehlende Dienstvorgesetztenstatus sei ihm bisher nicht bewusst gewesen. Er sei aus seiner Sicht unverständlich, denn gerade dieser wäre doch an unseren Schularten besonders wichtig. Auch bei der Lehrerbildung setze er sich für eine Umgestaltung ein: Ein für alle Schularten gemeinsames BA-Studium mit anschließender MA-Spezialisierung für unterschiedliche Lehrämter. bsv-Vorsitzende Mischko brachte in diesem Zusammenhang auch einen eigenständigen Zusatzstudiengang Schulleitung ins Spiel.

Des Weiteren wurden noch die Themen Digitalisierung und die Zukunft der Mittelschulen als qualitätvolle Schulstandorte diskutiert. MdL Gotthardt lud den bsv dazu ein, Gespräche auf regelmäßiger Basis miteinander einzuführen.